Schon wieder Ritalin für eine angebliche Konzentrationsschwäche

Ich schreibe gerade einen Förderdiagnostischen Bericht. Florian (Name geändert) war vor geraumer Zeit
wegen Konzentrationsproblemen bei mir. Obwohl vom Alter her schulpflichtig, wurde er in die
Vorschulklasse umgestuft. Seine Lehrerin empfahl der Mutter, bei mir abzuklären, was die
Ursache sein könnte, dass der intelligente Florian in der Schule Schwierigkeiten hat.

 

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Kurz gesagt, Florian hat eine auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsschwäche (AVWS).

Sie bewirkt, dass Florian in lärmiger Umgebung, wie es die Klassensituation nun einmal ist, nur *Umpfelgemumpfel* versteht. Das ist so, als säßen Sie in einem Kurs, in dem die Leute rund um sie herum tratschen und der Vortragende leise und undeutlich spricht. Wie lange können Sie wohl die Aufmerksamkeit halten?
Schalten Sie ab oder werden Sie aggressiv?

Bei Florian kommt die Verarbeitungsschwäche von den vielen Mittelohrentzündungen, die er als
Kleinkind hatte. Das Mittelohr war entzündet und zeitweise mit Eiter gefüllt. Das Trommelfell
konnte den Schall nicht ausreichend übertragen. Das hörverarbeitende Zentrum im Gehirn erlitt
quasi Mangelernährung. Dadurch hört Florian schlecht. Nein, nein! Nicht weil sein Ohr nicht
gesund wäre. Das ist mittlerweile völlig in Ordnung. Durch ein spezielles Horchtraining bekommt
das Hörverarbeitungszentrum eine zweite Chance, die Laute gut zu trennen. Dann kann Florian
deutlich hören und aufmerksam sein. Wie schön, dass ich Florian begleiten darf!

Liebe Grüße,

Franzi