Mein rechter, rechter Platz ist leer!

Immer wieder kommen Eltern mit ihren Kindern zu mir in die Praxis, sind verzweifelt, unsicher, vom Alltag mit den Kindern erschöpft und traurig über das, was ihnen über ihre Kinder gesagt wird. Sie wissen nicht, wie die Kinder die Anforderungen in der Schule schaffen sollen.

Was bei mir immer wieder große Fragezeichen verursacht ist, dass diese Kinder Diagnosen wie Konzentrationsschwäche, ZKS, ADHS, AHS, autistische Züge usw. haben. Auch waren sie bereits bei unzähligen, verschiedenen Therapieformen und verbrachten viele Stunden damit. Den Eltern fehlt trotz mehrfach langjähriger Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Therapieangeboten jegliche Information über den  Zusammenhang der kindlichen Bewegungsentwicklung und dem vom Kind gezeigten Verhalten. Auch was Bewegung mit dem Erlernen der Kulturtechniken Rechnen, Schreiben, Lesen zu tun hat, ist meist ungewiss.

Was sich aber viele Eltern wünschen, ist Klarheit, was im Alltag verändert werden könnte, um die eigenen Kinder bestmöglich zu unterstützen.

©Mag. Jaritz Anja

Hier ein einfaches Beispiel:

Hat das Kind noch keine ausgeprägte Raumorientierung, also verwechselt rechts und links, vorne und hinten, oben und unten, wären im Alltag folgende Spiele hilfreiche Ideen:

  • „Mein rechter, rechter Platz ist leer (mit der Hand rechts klopfen), da wünsche ich mir die Mama her…!“
  • „Was siehst du rechts von Dir?“  Das Kind hinzeigen lassen und das Kind antwortet: „Rechts von mir sehe ich das Fenster.“ WICHTIG: Links bitte nicht abfragen!
  • Richtung im Raum: „Was siehst du oben, unten, vorne, hinten!“

 

Und noch eines:

Wenn das Kind einen vermehrten Bewegungsdrang verspürt, mit den Beinen oftmals zappelt, unruhig am Sessel sitzt – eben immer in Bewegung sein MUSS, können folgende Interventionen eine Entspannung bringen.

  • Gleichgewichtsübungen: drehen, schaukeln, rollen, das altbekannte „Butterwalgen“
  • Spiele zur Eigenwahrnehmung: drücken, massieren, quetschen, rangeln, ziehen, schieben
  • Mit vorher ausgemachten Regeln raufen. Das ist die beste Friedenserziehung!
  • besondere Achtsamkeit auf den passenden Sitzplatz: Füße mit gutem Kontakt zum Boden, Rücken mit Polster unterstützen, Verwendung eines Schrägpultes zur Stabilisierung einer aufrechten Oberkörperhaltung

Wenn die Ursachen der Konzentrationsschwäche erkannt wurden, können Alltag und Schule gelingen!

Liebe Grüße,

Eure Dagmar